Grußwort der Staatssekretärin für Kultur
Tina Beer
für die 24. Thüringer Literatur- und Autorentage


Sind Ausnahmen noch Ausnahmen, wenn man sich längst mit ihnen arrangiert hat? So lautet eine zentrale Fragestellung der 24. Thüringer Literaturtage. Unter der Überschrift „Der gewohnte Ausnahmezustand“ stellt sich die mehrtägige Veranstaltung des Lese-Zeichen e. V. auf der Literatur- und Kunstburg Ranis in einem Online-Festival verschiedenen Fragen rund um Gewöhnungseffekte und Ausnahmesituationen unseres Lebens.

Wer die Literaturtage aus den Zeiten vor der Pandemie kennt, weiß, dass diese auch vom lebendig-interessierten Publikum und der besonderen Atmosphäre der Burg leben. Ein Online-Festival als Corona-bedingte Ausnahme kann dieses Flair nur im Ansatz einfangen. Doch sind Literaturprojekte im digitalen Raum lohnend, wenn sie nicht bloßer Ersatz für Präsenzveranstaltungen sind, sondern von viel Engagement und Liebe für die Sache selbst getragen werden.

Den Organisator*innen der Thüringer Literaturtage ist es nun schon zum zweiten Mal gelungen, die Corona-Pandemie als Inspirationsquelle für das Programm der Literaturtage zu nutzen, sowohl inhaltlich als auch bei den Umsetzungsformaten. Wie im vergangenen Jahr wird eine hochwertige Sammlung von Videos mit Gesprächen, Performances und Lesungen entstehen, an denen zahlreiche Literatur- und Kulturschaffende beteiligt sind. Es werden eine Animationsserie für Kinder sowie interaktive Schreibprojekte bei Instagram entwickelt. Flankiert wird das Online-Festival von Veranstaltungen im ländlichen Raum.
Dem Lese-Zeichen e. V. danke ich herzlich für die Kontinuität, mit der seit nunmehr 24 Jahren die Thüringer Literaturtage organisiert werden – auch und gerade in Zeiten wie diesen. Ich wünsche allen Beteiligten ein erfolgreiches und inspirierendes Festival!

Tina Beer
Staatssekretärin für Kultur
in der Thüringer Staatskanzlei