Jonas Chudasch
„Vorrübergehend: unverfügbar“ – Ein Wort aus der Kommunalpolitik.


Die Coronapandemie mit ihren Auswirkungen stellt alle Bereiche der Gesellschaft vor Herausforderungen, auf die es keine pauschalen Antworten gibt. Gerade wenn der Politiker von heute gern für alles eine Machbarkeitsstudie – ja einen Plan in der Schublade hat – so trifft uns Corona doch unvorbereitet und kalt. Wir fahren auf Sicht und sind verunsichert, ob unsere Entscheidungen angemessen oder doch gar überzogen seien. Wenn gerade bei Kommunalpolitikern der Reflex herrscht, das Leben in unseren Städten und Dörfern zu befeuern, so haben wir Situationen erlebt, in denen wir gegen unsere sonstigen Arbeitsgewohnheiten gehandelt haben. Die Kontrolle aber auch der Rat der demokratischen Gremien war ebenso vorübergehend unverfügbar. Und dennoch oder gerade deshalb gab es Stunden der besonderen Verinnerlichung, in denen geplante Projekte und Vorhaben auf den Prüfstand gestellt wurden und man sich fragte, welche Vorhaben für das Zusammenleben der Menschen denn künftig von wirklicher Bedeutung sind.

Die Erfahrung der Pandemie ist neu und ihre Folgen sind noch nicht überschaubar und dennoch gab es Prozesse der Verselbstung und Entselbstigung, die es häufiger braucht!